Von Kuppelproblemen und fehlendem Zugpersonal

Am 08. Januar war es mal wieder soweit, dass wir eine Firmenreise antreten mussten, die bis heute auch die längste überhaupt für uns war. Ziel war für alle Regensburg-Prüfening und das dort stehende Trainingszentrum der Deutschen Bahn, damit wir dort an einem Seminar teilnehmen, das bis zum 13. Januar gehen sollte. Die Anreise war jedem selbst überlassen, solange er in einem Zeitraum von 15:30 Uhr den Sonntag bis 08:00 Uhr am Montagmorgen ankam. Um es nicht zu spät werden zu lassen aber auch noch genügend Zeit für das Abendessen zu haben, wurde folgende Verbindung gewählt:

Bremen Hbf ab 13:15 Uhr ICE 1139 nach München Hbf
Nürnberg Hbf an 17:24 Uhr  
       
Nürnberg Hbf ab 17:36 Uhr RE 4685 nach München Hbf
Regensburg Hbf an 18:38 Uhr  
       
Regensburg Hbf ab 18:45 Uhr ag 84300 nach Ulm Hbf
Regensburg-Prüfening an 18:48 Uhr  

Wie so häufig, wenn ich längere Fahrten unternehme, ob allein oder mit weiteren Personen, blieb es auch hier nicht ohne Verspätungen. Bis Hannover Hbf verlief alles gut. Der ICE ließ sich viel Zeit, was durch die Fahrzeitreserven zwischen Bremen und Hannover gut möglich ist. In Hannover sollte nun der Zugteil aus Hamburg-Altona an unseren Zug ankuppeln. Dieser Zug war auch pünktlich, doch wollte die Kupplung nicht. Nach 10 bis 15 Minuten hat man die Versuche abgebrochen und entschieden getrennt nach München zu fahren. Das Problem war allerdings, dass der normalerweise beide Züge zusammen betrieblich als einer fahren und das auch nur unter einer Zugnummer und einem Fahrplan. Somit fehlte nun zwangsläufig ein Fahrplan und eine Zugnummer, ohne den und die der Zug nicht fahren darf. Der unglückliche Zug war nun unser Zugteil, was aber auch Auswirkungen auf den anderen Teil hatte. Wir standen schließlich in Fahrtrichtung vorne, wodurch der andere Teil nicht vor uns fahren konnte. etwa 30 Minuten ließ sich die Betriebszentrale Zeit, um den Fahrplan für uns zu erstellen und ihn zu übermitteln. In den gesamten 40 Minuten sind schon die ersten Fahrgäste in Richtung Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe und Fulda auf andere Züge umgestiegen.

Nun gut, mit etwa 40 Minuten Verspätung ging es dann als ICE 2839 weiter in Richtung München. Nun kam ein neues Problem. Da unser Zugteil nun als Erster an jedem Bahnhof ankam und viele Fahrgäste häufig begriffsstutzig sind bzw. nicht lesen können, meinten die meisten von ihnen in unseren Teil einsteigen zu müssen, so dass dieser irgendwann voll war. Wie froh waren wir, als wir in Nürnberg endlich aussteigen konnten... Der Regionalexpress nach Regensburg war natürlich schon weg, doch der nächste ICE (ICE 229 nach Wien Hbf) ließ nicht mehr lange auf sich warten. Zwar war man durch ein ebenso hohes Fahrgastaufkommen gezwungen die Stunde bis Regensburg zu stehen, doch waren wir auch froh, dass wir mit ag 84208 nach Nürnberg Hbf nur etwas mehr als eine Stunde (20:00 Uhr) später in Regensburg-Prüfening angekommen sind.

5 Tage später...

5 Tage später sollte es zurück gehen, ausgerechnet an dem Tag, an dem die Geschwindigkeiten der ICEs auf den Schnellfahrstrecken auf 200 km/h reduziert wurden und zahlreiche Sturmschäden und Verspätungen/Ausfälle auftraten.

Den Anfang machte eine gemeinsame Fahrt nach Nürnberg in das dortige DB Museum. Von dort aus konnten wir alle Züge ab ca. 15:30 Uhr erreichen. Da eine Freundin von mir in Waldshut Geburtstag hatte und Nürnberg nicht so weit entfernt liegt, hatte ich mich schon eine Woche vorher entschieden runter zu fahren. Hier sollte folgende Verbindung dienen:

Nürnberg Hbf ab 15:39 Uhr IC 2064 nach Karlsruhe Hbf
Aalen Hbf an 17:01 Uhr  
       
Aalen Hbf ab 17:06 Uhr IRE 3233 nach Ulm Hbf
Ulm Hbf an 17:54 Uhr  
       
Ulm Hbf ab 18:05 Uhr IRE 3052 nach Basel Bad Bf
Waldshut an 20:41 Uhr  

Auch hier kann ich wieder nur betonen: wenn ich eine Reise mache, dann kann ich viel (Verspätung) erleben. Wenn schon meine Kollegen kein Glück hatten, durfte ich natürlich auch keines haben. So fing es schon mit 15 Minuten Verspätung in Nürnberg an, da das Zugpersonal in einem verspäteten ICE anreiste. Durch Langsamfahrstellen und Gegengleisfahrten, sowie dem Warten auf entgegenkommende Züge im Abschnitt Crailsheim - Aalen, wuchs die Verspätung noch auf 20 Minuten an. Jeder sieht wohl, dass der Anschluss weg war. Der nächste Zug nach Ulm wäre eine Stunde später gefahren, der nächste Zug nach Waldshut (auch mit Umsteigen) wäre allerdings erst zwei Stunden später gefahren. Somit entschied ich mich für eine Alternativverbindung:

Aalen Hbf ab 17:03 Uhr IC 2064 nach Karlsruhe Hbf
Stuttgart Hbf an 17:53 Uhr  
       
Stuttgart Hbf ab 18:29 Uhr IC 283 nach Zürich HB
Singen (Hohentwiel) an 20:25 Uhr  
       
Singen (Hohentwiel) ab 21:02 Uhr IRE 3076 nach Basel Bad Bf
Waldshut an 21:43 Uhr  

Diese Züge ließen mich dann auch nicht mehr im Stich, so dass ich auch hier nur etwa eine Stunde später am Ziel ankam und dem Geburtstag noch beiwohnen konnte.

Ganz nebenbei wurde ich auch noch Zeuge eines "Turbo-Lokwechsel". In Singen muss der Zug wenden. Da dieser keinen Steuerwagen hat und schon kurz hinter Singen die Grenze zur Schweiz kommt, wird dort also die deutsche Lok abgehängt und eine Schweizer Lok auf der anderen Seite angehängt. Dabei hatten es die Mitarbeiter wohl besonders eilig, was möglicherweise auch an der Verspätung von 10 Minuten lag. Auf jeden Fall stieg ich als Erster an der vordersten Tür, direkt hinter der Lok aus und da befand sich schon jemand zwischen Lok und Wagen um beide voneinander zu trennen. Als ich auf dem Bahnsteig ankam, von dem der IRE fahren sollte, war vorne schon die Schweizer Lok fix und fertig dran, die deutsche Lok schon weg und die Bremsprobe lief schon. In etwa 5 Minuten war der Lokwechsel fertig und der Zug fuhr wieder ab. Da sage ich: "Hut ab!"

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